Personal Impact. Welche Einwirkung haben Sie als Führungskraft? In Zeiten der Kurzarbeit vielleicht mehr, als Sie denken. Die Frage ist nur: Ist Ihre Einwirkung zielgerichtet und positiv?

Motivation in Zeiten der Kurzarbeit ist die Königsklasse. Denn: Kurzarbeit ist eine Maßnahme in wirtschaftlicher Schieflage. Bedeutet: Erstens, die Mitarbeiter*innen sind bereits durch die Gesamtsituation auf Angst getriggert. Zweitens, Kurzarbeit drosselt das Tempo, denn Prozesse funktionieren nicht mehr optimal. Oder sie überfordert, da in manchen Arbeitsbereichen geringere Auftragszahlen und die damit verbundene Arbeitszeitverkürzung mit den Anforderungen komplexer Aufgabenstellungen kollidieren, die sich nicht im gleichen Maße reduzieren beziehungsweise reduzieren lassen. Beides frustriert. Kurzum: Es ist eine besondere Herausforderung für Sie als Führungskraft. Nehmen Sie diese aktiv an und stabilisieren Sie Ihr Team mit positiven Impulsen. Und so gehts:

Kluges Handeln im Zeichen von Emotionen
Bam! Alle haben es erwartet, aber wenn es soweit ist, schlägt es mit voller Wucht ins Bewusstsein durch: Kurzarbeit bedeutet Einschnitte. Harte Einschnitte, für manch einen kaum verkraftbar. „Kann ich meine Miete morgen noch zahlen? Wie lange soll das gehen? Halte ich das durch? Hält unser Unternehmen das durch? Was, wenn nicht?“ Angst geht um. Sie engt die Aufmerksamkeit ein, die Aufnahmefähigkeit sinkt, die Folge sind unsystematischeres Vorgehen und vorschnelle Entscheidungen. Kurz: Effizienz geht verloren, Qualität sinkt.

Wie ist hier Ihre Einwirkung? – Wer in diesen Zeiten versucht, mit verstärkten Vorgaben, engmaschiger Kontrolle und klarer Fehlersanktion die Mannschaft auf Kurs zu halten, wird Angst und das Gefühl von Einengung und Machtlosigkeit weiter forcieren. Das Ergebnis: Erschöpfung, Leere, Antriebslosigkeit. Die Krise ist perfekt. – Genau hier können wir als Führungskraft positiv ansetzen. Wir nutzen unsere volle Energie, um an den vielen Stellen im betrieblichen Alltag Ängste abzufedern und so die Potenziale der Mannschaft wieder zu entfalten.

Führungskräfte sind das erste greifbare Ventil für überquellende Emotionen der Mitarbeiter*innen. Wer darauf nicht vorbereitet ist und mit der Macht seiner Position druckvoll dagegenhält, schürt das emotionale Feuer mit allen Folgen für die Motivation. Die vielfach gewählte Variante des Rückzugs im Sinne von „Ich bin ja genauso betroffen wie Ihr“, sorgt ebenso für wachsenden Unmut. Klug handelt, wer zuhört, den Emotionen und Themen der Mitarbeiter*innen einen Raum gibt und dabei achtsam identifiziert, ob es innerhalb des gesetzten Rahmens der Kurzarbeit Nöte der Mitarbeiter gibt, die positiv gelöst werden können.

Besonders in Krisen wirkungsvoll: positive Fehlerkultur
Werden in Angst besetzten Zeiten Fehler gemacht oder verlangsamen sich Abläufe, ist eine positive Fehlerkultur unabdingbar, um die Spirale aus Angst, Blockaden und weiteren Fehlern erst gar nicht entstehen zu lassen. Klug handelt, wer in der Ansprache von Abweichungen eine fein abgestimmte Komposition aus der nötigen Ernsthaftigkeit und dem festen Vertrauen in die Fähigkeiten der betreffenden Mitarbeiter herstellt. Und bei Bedarf auch Hilfestellung anbietet. Auch diesbezüglich gilt: In diesen Zeiten sind die Menschen weniger aufnahmefähig und wichtige Botschaften sollten wiederholt werden. Gerne auch unterstützt von visuellen Hinweisen, wo sich dies eignet.

Information führt. Führen Sie.
Wann immer Veränderungen anstehen: Kommunizieren Sie diese schnell und transparent. Auch, wenn Ihnen noch nicht alle Informationen vorliegen, so können Sie dennoch darauf verweisen, dass die abschließend geklärten Aspekte zu einem Zeitpunkt X nachgeliefert werden. Und dann tun Sie dies bitte auch pünktlich wie angekündigt. Wenn Sie nicht oder zu spärlich kommunizieren, sinkt das Vertrauen und die Gerüchteküche brodelt.

Achtung: Bitte bedenken Sie, dass Ihr Wissensstand nicht jener der Mitarbeiter ist. Sie haben sich eventuell schon eine ganze Weile sehr ausgiebig mit einem Thema der Veränderung oder der Lösung einer Herausforderung beschäftigt, bevor Sie mit diesem Thema auf Ihre Belegschaft zugehen. Das bedeutet erstens: Sie haben Hintergründe und Zusammenhänge bereits verinnerlicht. Diese Chance hatten die Mitarbeiter*innen noch nicht, wenn Sie mit dem Thema auf diese zugehen. Überlegen Sie also genau, was Sie im Detail erklären müssen, damit es für Ihr Team verständlich ist. Und es bedeutet zweitens: Sie selbst haben durch Ihre Vorbereitungen und Planungen den Eindruck, man habe sich schon lange mit dem Thema beschäftigt. Also sollte doch auch alles klar sein und es muss nun losgehen. Ihre Mannschaft hört aber ggf. zum ersten Mal von dieser Entscheidung und muss sie auch erst einmal verarbeiten. Und eventuell auch weitere Male verdeutlicht bekommen, Stichwort: verminderte Aufnahmefähigkeit in Zeiten der Unsicherheit.

Zeit ist Geld. Eben drum.
Nehmen Sie sich Zeit für persönliche Gespräche. Zeigen Sie, dass Sie an den Menschen und ihrem Wohlergehen interessiert sind. Keine Zeit? Das zeitliche Invest, welches Sie hier tätigen, werden Sie mit hoher Verzinsung zurückerhalten. Nur über den persönlichen Kontakt finden Sie heraus, wo kleine Hilfestellungen vielleicht die großen Einschnitte, die durch die Kurzarbeit entstehen, abfedern. Und Sie finden eventuell heraus, dass finanzielle Einbußen hier oder da ganz besondere soziale Härten entwickeln. Wenn Sie dies erkennen, können Sie handeln. Das ist Personal Impact.

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