Begegnung neu möglich machen

Das Wir stärken

Teamgeist

Nähe in Zeiten der Distanz

Zuversicht

Lassen Sie uns über Vertrauen sprechen. Es ist das Lebens-Elixier der Zuversicht. Warum das so ist, lässt sich einfach erklären: Vertrauen reduziert Komplexität. Erinnern Sie sich einmal an eine Situation, in der Sie mit einem Flugzeug geflogen sind. Vom Grundsatz her kann das lebensgefährlich sein. Dennoch haben Sie sich wahrscheinlich entspannt im Flugsessel zurückgelehnt und sich vielleicht den klassischen Tomatensaft schmecken lassen. Sie hatten Vertrauen. Sprich: Sie haben nicht versucht, Flugzeugtechnik, Wartungen, Pilotenfähigkeiten, Fluglotsenvermögen und weiteres zu verstehen und zu kontrollieren, sie haben schlicht vertraut. Komplexitätsreduktion. Und genau dies benötigen wir jetzt in den Unternehmen.

Die Ebenen des Vertrauens

Vertrauen ist nicht gleich Vertrauen. Wenn wir im Unternehmen wirksame positive Impulse setzen möchten, sollten wir die verschiedenen Ebenen des Vertrauens differenzieren und gezielt ansprechen:
Systemvertrauen betrachtet das Vertrauen, welches wir in Organisationen und Systeme haben. In der Corona-Krise liegt hier eine Vertrauens-Erschütterung im System Gesellschaft/Wirtschaft vor. Diese könnte durch politische Maßnahmen wie die diversen Rettungsschirme gedämpft werden. Hier wird die Zeit zeigen, wie gut diese greifen. Auf das Systemvertrauen Gesellschaft/Wirtschaft haben wir kaum Einfluss. Anders sieht es im System Unternehmen aus. Welche Faktoren triggern in diesem Vertrauen? Es ist das planhafte Vorgehen auch in Zeiten der Unsicherheit. Welchen Plan haben Sie? Persönliches Vertrauen basiert auf den Beziehungen. Hier geht es um das Vertrauen in einen Menschen. Im Fokus dieser Betrachtung stehen die Führungskräfte. Haben die Mitarbeiter*innen Vertrauen zum Beispiel in ihre Abteilungsleitungsleiterin, oder ihren Schichtmeister, und wie steht es mit dem Vertrauen in die Betriebsleitung oder die Geschäftsführung? Fragen Sie sich auf einer Skala von 1 (Misstrauen) bis 10 (volles Vertrauen): Wo stehen Sie? Und: Wäre es jetzt nützlich, deutlich mehr Vertrauen Ihrer Mannschaft zu gewinnen?
Das Selbstvertrauen beschreibt die Überzeugung von der eigenen Leistungsfähigkeit. Der eine hat mehr, der andere weniger. Wie kann uns das nutzen? Auch das Selbstvertrauen der Mitarbeiter*innen lässt sich ganz gezielt stärken. Das Ergebnis: Mehr Widerstandskraft gegen die aktuell nicht positiven Einflüsse von außen. Das kann uns nutzen.

Vertrauen

  • reduziert Komplexität
  • baut Unsicherheit ab
  • ermöglicht das Handeln trotz unsicherer Rahmenbedingungen
  • kompensiert fehlende Informationen
  • reduziert Transaktionskosten (Verhandlungen, Verträge, Kontrollen)
  • entlastet von Abwägung und Kalkulation
  • gibt einer erwarteten Gegenleistung mehr Zeit

Fehlendes Vertrauen

  • ist nicht gleich Misstrauen
  • führt eher zu Gleichgültigkeit und fehlendem Antrieb
  • erfordert mehr Information für ein Commitment
  • bei mangelnder Information löst es Gerüchte aus

Misstrauen

  • verstärkt die Komplexität
  • rückt Alternativen in den Fokus …
  • … und erhöht so den Diskussionsbedarf
  • fördert die Erwartung einer zeitnahen Gegenleistung
  • führt zu Widerstand

Fair. Gerecht. Anständig. Eindeutig.

Hand auf´s Herz: Sind Sie fair? Egal, wie Ihre Antwort ausgefallen sein mag: Die Frage ist, wie definieren wir Fairness. Und noch viel wichtiger ist: Was empfinden Ihre Mitarbeiter*innen als fair?

Fairness ist eng gekoppelt mit der Erwartungshaltung. Was erwarte ich als Mitarbeiter*in als Gegenleistung für meine Arbeit? Wie ist meine Erwartung in Bezug auf die Führung? Der Grundpfeiler der Fairness ist der Wunsch nach Gleichbehandlung. Und dieser zieht sich von der Entlohnung über die bezogene Aufmerksamkeit bis hin zu den erfahrenen Konsequenzen, wenn etwas nicht richtig gelaufen ist. „Immer wie immer“, heißt hier die Regel. Alle werden gleichbehandelt. „Immer wie immer“ beinhaltet aber auch Verlässlichkeit: Als Mitarbeiter*in darf ich zum Beispiel erwarten, regelmäßig monatlich mein Salär zu erhalten, oder ein Lob bei guter Leistung. Ich darf aber auch erwarten, bei Fehlern korrigiert oder bei Vergehen sanktioniert zu werden. Wichtig ist, dass die Führungskräfte im Unternehmen hier einen gleichen „Katalog“ haben, sodass die Gleichbehandlung sichergestellt ist. Dann entsteht Eindeutigkeit. Das ist fair.

Teamgeist stärken

Der Begriff New Work bekommt aktuell eine ganz neue Bedeutung: Wir sind gefordert, Abstand zu halten, Kontakte zu minimieren und nach Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Dies trifft unser soziales Bewusstsein im Mark. Wir brauchen die persönlichen Kontakte und den Austausch. Sie sind ein zentraler Pfeiler unseres Wohlempfindens. Im Beruf sind die persönlichen Begegnungen prägend für die Bindung zu Kolleginnen und Kollegen, und am Ende des Tages auch entscheidend für die Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Was uns im Homeoffice fehlt, ist schnell beschrieben: Die Begegnung auf dem Flur, in der Kaffeeküche, in der Kantine. Letztendlich sehnen wir uns nach all jenen Momenten persönlicher Begegnungen, in denen wir eben nicht über den Job sprechen.​

Fehlt die Begegnung, schwindet das Vertrauen. Vertrauen aber ist das Lebens-Elixier der Zuversicht. Stärken Sie den Teamgeist, indem Sie Begegnung (wieder) möglich und selbstverständlich machen. Wenn man weiß wie, geht das auch sehr gut digital.

Helden gesucht

Zu Nutze machen können wir uns zudem den Impulsgeber für Motivation: das neuronale Belohnungssystem in unserem Gehirn. Es reagiert positiv, wenn wir einer „größeren Sache“ dienen und dabei ein wachsender Erfolg entsteht. Besonders wirkungsvoll ist dies, wenn die Aktivität mit anderen gemeinsam durchgeführt wird. Das Gemeinsame erzeugt die starke Bindung, die wir uns in der jetzigen Zeit wünschen. Kurzum: Entwickeln Sie eine kreative Aktion, in der Mannschaft sich zum Beispiel für andere Menschen engagiert, die Hilfe benötigen. Vielleicht finden Sie diesen Unterstützungsbedarf im Unternehmen selber, oder auch im Umfeld. So stärken Sie ihr Team durch gutes Engagement. Auf geht´s.

Quick Wins Teamgeist:

Digitales Teeküchen-Meeting

Regelmäßig 15 Minuten „Morning-Break“ oder „Afternoon-Coffee“ per Telefonkonferenz oder Webmeeting.

Vorsicht bei Sonderwegen

Ungleichbehandlung vermeiden, zum Beispiel: Ein Mitarbeiter (Kinder zuhause) darf ins Homeoffice, ein anderer (keine Kinder zuhause) nicht.

Achtung bei Kostenthemen

Investitionen (Firmenwagen, Laptop, Handy, Schreibtischstuhl, …), werden speziell in Zeiten der Kurzarbeit sehr aufmerksam beobachtet. Also: Ist etwa das neue Handy für die Führungskraft wirklich nötig, so sollte es zumindest ein kleines, günstiges Modell sein.

Lob oder Tadel

Ganz einfache Regel: immer wie immer.